T5A (4): Ein IC mit 8 Beinchen

Okay, wir hatten unseren Spaß. Nun gibt es noch ein wenig Hintergrundwissen für alle, die sich noch nie mit ICs (Integrierten Schaltkreisen / Integrated Circuits) beschäftigt haben.

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Der NE555 ist nämlich ein solcher IC. IC bedeutet Integrierter Schaltkreis, d.h. in dem kleinen schwarzen Kasten ist ein ganzer Schaltkreis mit Widerständen, Transistoren und Kondensatoren integriert! Dem ein oder anderen mag dies banal vorkommen, aber vielleicht lernt ein anderer noch etwas dazu. Heutzutage finden sich solche „Chips“ in jedem Haushaltsgerät. Sie integrieren komplizierte Schaltungen, damit diese nicht immer wieder erneut aufgebaut werden müssen. Auch die CPU in deinem Computer ist ein (ziemlich komplizierter) IC. Viele Bastler spielen heute mit Microcontrollern, wie dem Arduino – auch hier ist das Herz ein IC, wenn auch ein programmierbarer.

Den NE555 kann man nicht programmieren. Seine Funktion ist fest eingebaut. Nur durch unterschiedliche Beschaltung, also dem Verbinden der Anschlüsse mit diversen elektronischen Bauteilen, wird die Funktionsweise verändert. So können wir ihn als „Monostabile Kippstufe“ oder als „Multivibrator“ nutzen, oder noch andere Funktionsweisen ermöglichen.

Als es die programmierbaren Microcontroller noch nicht gab, waren solche Chips an der Tagesordnung, deshalb gibt es unzählige ICs mit unterschiedlichsten Funktionen. Okay, aber zurück zum NE555.

Der kleine schwarze Kasten (immer noch „Black Box“ – aber das Geheimnis wird noch gelüftet) hat 8 Anschlüsse. Diese sind von 1 bis 8 durchnummeriert, damit man sie nicht verwechselt. Jeder dieser Anschlüsse hat nämlich eine eigene Funktion. An einer Seite hat der Chip eine kleine Kerbe, damit man die Seiten nicht vertauscht und den Chip ausversehen verkehrtherum einbaut. Die meisten ICs haben so eine Kerbe. Manche sind auch mit einem Punkt gekennzeichnet. Der Punkt ist immer dort, wo Anschluss Nummer 1 ist. Auch die Kerbe befindet sich an der Seite, wo sich der Anschluss 1 befindet.

Die Anschlüsse sind wie folgt durchnummeriert:

Diese Nummerierung gilt für jeden IC mit einem DIP-Gehäuse, egal wie viele Anschlüsse er hat. Hast Du also einen IC, der aus einem solchen schwarzen (manchmal auch weißen) kasten und vielen Beinchen besteht, kannst Du die Anschlüsse auf der linken Seite von oben nach unten, und auf der rechten Seite von unten nach oben durchzählen. Du beginnst immer links oben mit der 1.

Auf der Grafik sind die Anschlüsse auch mit ihren Funktionen beschriftet. Mit diesen werden wir uns in den kommenden Folgen der Serie „Timer 555 für Anfänger“ beschäftigen.

Gut, ich hoffe ihr habt euch nicht extrem gelangweilt mit diesem Grundlagenartikel. Beim nächsten Mal gehts ums eingemachte. Wir schauen, was sich in dem schwarzen Kasten befindet!


1 Antwort auf „T5A (4): Ein IC mit 8 Beinchen“


  1. 1 555 Timer im Conrad Adventskalender « Resistor Pingback am 16. November 2011 um 16:58 Uhr
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